
Schweizer Nationalspielerin äußert sich zu Anfeindungen und gesellschaftlichem Umgang mit Frauen im Sport
Die Schweizer Fußball-Nationalspielerin Alisha Lehmann hat in einem aktuellen Interview mit dem britischen Sender TalkSport offen über die Herausforderungen gesprochen, denen sie als Frau im Spitzensport gegenübersteht – insbesondere in Bezug auf soziale Medien und öffentliche Wahrnehmung.
Lehmann, die aktuell beim italienischen Topklub Juventus Turin unter Vertrag steht, ist eine der bekanntesten Fußballerinnen Europas – nicht nur aufgrund ihrer sportlichen Erfolge, sondern auch wegen ihrer starken Präsenz auf Social Media.
Doch genau das wird ihr oft zum Vorwurf gemacht. „Ich bekomme täglich Kommentare, die nichts mit meinem Spiel zu tun haben – sondern nur mit meinem Aussehen“, erklärt Lehmann. „Das ist verletzend und es beeinflusst, wie man sich selbst sieht.“
Trotz der Anfeindungen zeigt sich Lehmann kämpferisch. Sie lässt sich nicht von ihren sportlichen Zielen abbringen – weder auf Vereinsebene noch in der Nationalmannschaft. In der laufenden Saison hat sie sich bei Juventus etabliert und blickt mit Vorfreude auf die kommenden Spiele mit der Schweiz, vor allem im Hinblick auf die Heim-EM 2025.
„Ich bin stolz darauf, wer ich bin – als Frau, als Sportlerin und als Vorbild für junge Mädchen, die Fußball lieben“, betont sie.
Lehmanns Offenheit hat viele Reaktionen ausgelöst – sowohl Zustimmung als auch Kritik. In sozialen Netzwerken wird sie von vielen Unterstützer:innen gefeiert, die ihre Ehrlichkeit und Stärke bewundern. Gleichzeitig zeigt der Fall, wie dringend ein gesellschaftlicher Wandel im Umgang mit Sportlerinnen notwendig ist.
Nicht zuletzt sensibilisiert Lehmann auch die Verbände: Ihre Aussagen fügen sich ein in eine wachsende Debatte über Sexismus, Bodyshaming und die Rolle der Medien im Frauensport.
Im kommenden Jahr könnte Lehmann im eigenen Land Geschichte schreiben: Die Schweiz richtet die UEFA Women’s EURO 2025 aus, und die Erwartungen an das Heimteam sind hoch. Für Lehmann ist das Turnier nicht nur sportlich bedeutsam, sondern auch eine Bühne, um für mehr Respekt und Gleichberechtigung im Fußball einzutreten.